DER ZIVILSCHUTZ ZU GAST IM HOF OBERGRÜT

Der Zivilschutz zu Gast im Hof Obergrüt

Der Zivilschutz stellt im Dienst der Gesellschaft einen wichtigen Bestandteil in der Betreuung von schutzsuchenden Personen im Bevölkerungsschutz dar. Der Zivilschutzbetreuer ist für die Betreuung von Schutzsuchenden in Ausnahmesituationen zuständig. In einem zweiwöchigen Grundkurs werden die Kenntnisse für diesen Umgang erlernt. Während eines tätigen Einsatzes wird in der Praxis erlernt, wie man am besten mit Menschen, welche auf die Unterstützung anderer angewiesen sind, umgeht.

In einer Präsentation durch Luzia, der Chefin des Hofs Obergrüt, wurden die Zivilschützer über die Krankheitsbilder der Demenz orientiert. Wir haben einen sehr tiefen und eindrücklichen Einblick in die Betreuung dieser Menschen erhalten. Die Quintessenz von Luzia war sehr eindrücklich. „Im Herzen werden wir den Menschen immer erreichen“. Dies war eine von vielen Leitlinien, die uns Luzia auf den Weg gegeben hat.

Wir durften zu zweit einen eintägigen Praxiseinsatz in der Betreuung im Hof Obergrüt absolvieren und so einen noch fundierteren Einblick in die Arbeit von Luzia und den Mitarbeitern im Hof Obergrüt erhalten. Sofort aufgefallen ist uns, dass weder von aussen, noch von innen direkt der Eindruck entsteht, dass man sich in einer Pflegeeinrichtung befindet. Der Umgang ist sehr herzlich und ungezwungen. Jeder Gast geniesst seinen Freiraum und die Mitarbeitenden gehen gezielt auf die vorhanden Fähigkeiten der Gäste ein. Neben der Betreuung wird der Alltag auf dem Hof bestritten. Vom Kochen bis zum Arbeiten im Garten gibt es immer etwas zu tun, um einen abwechslungsreichen Tag zu ermöglichen. Zusätzlich lädt die ländliche Umgebung zu einem ausgiebigen Spaziergang mit dem Haushund Benji ein.

Nach einem kurzen kennenlernen mit den Mitarbeitern des Hofs Obergrüt durften wir sofort direkten Kontakt mit den Gästen haben. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf einen ausgiebigen Spaziergang mit einigen Bewohnern. Die geführten Gespräche waren sehr eindrücklich. Auffällig war die stets gute Stimmung innerhalb, wie auch ausserhalb des Hofes. Überrascht waren wir ausserdem von den Freiräumen, die sowohl die Gäste, wie auch die Mitarbeiter des Hofes haben. Beispielsweise hat uns ein Gast beim wöchentlichen Einkauf begleitet. Reflektierend können wir sagen, dass wir mit den Gästen viele angeregte und schöne Gespräche geführt haben, in denen die Krankheit uns nicht direkt aufgefallen ist. Nachdenklich stimmen uns trotzdem einige Erlebnisse und Aussagen der Gäste. Beispielsweise waren sich viele Gäste ihrer Situation stark bewusst und sprachen sehr offen über ihre Ängste und Probleme.

Abschliessend konnten wir, als Betreuerneulinge, einen unverfälschten und direkten Einblick in den Alltag auf dem Hof Obergrüt erhalten und können das Motto von Luzia absolut bestätigen. „Im Herzen erreicht man einen Menschen immer“. Dies Motto werden wir in den kommenden Einsätzen übernehmen und den Personen mit offenen Herzen entgegentreten.

Samuel, 19 und Philipp, 21 / Grundkurs Betreuer 2017